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Neurodermitis beim Baby und Kleinkind erkennen und behandeln 

Neurodermitis kommt bei Kindern recht häufig vor: Etwa 23 % der Säuglinge und Kleinkinder sowie acht % der Schulkinder leiden wissenschaftlichen Daten zufolge unter dieser krankhaften Veränderung der Haut. Mit der richtigen Pflege und einigen vorbeugenden Massnahmen können Sie jedoch die Beschwerden Ihres Kindes lindern.

Ebenfalls gut zu wissen: Bei vielen Betroffenen, die Neurodermitis als Baby oder Kleinkind bekommen haben, können sich bei einer konsequenten Behandlung die Symptome bis zur Einschulung verbessern.

Neurodermitis beim Baby: Allergien als Ursache

Baby mit Neurodermitis kratzt sich.

Die Neurodermitis beim Baby und Kleinkind wird in der Regel durch externe Reize ausgelöst: Die Haut des Kindes reagiert auf Pflanzenpollen, Hausstaubmilben oder in manchen Fällen auf bestimmte Nahrungsmittel mit - gegebenenfalls entzündlichen - allergischen Reaktionen.

Ob Ihr Baby besonders empfindlich auf diese auslösenden Faktoren reagiert oder nicht, kann genetisch bedingt sein. Wenn also Sie selbst oder Geschwisterkinder bereits unter atopischer Dermatitis leiden, ist das Risiko deutlich höher, dass diese auch bei Ihrem Baby auftritt. Bei der Haut dieser Kinder kann die natürliche Barrierefunktion gestört sein. Sie ist in der Regel ungewöhnlich trocken, daher durchlässiger für Reizstoffe und reagiert deswegen besonders heftig.

Die grundsätzliche Neigung zur Überempfindlichkeit lässt sich nicht behandeln. Aber durch einen entsprechenden Umgang mit den auslösenden Faktoren können Sie positiv Einfluss nehmen.

Symptome der Neurodermitis beim Baby

Meist beginnt die Neurodermitis beim Baby im Gesicht, an den Armbeugen und Kniekehlen und am behaarten Teil des Kopfes. Zunächst entstehen entzündete Hautstellen, die nässen und Schorf bilden können. Am Kopf wird dieses frühe Stadium auch als Milchschorf bezeichnet. Mit fortschreitendem Verlauf entstehen solche Entzündungsherde auch an anderen Körperstellen, vor allem an Armen und Beinen. Typisch ist, dass die Windelregion nicht betroffen ist.

Auch bei Babys verläuft die Erkrankung chronisch und in Schüben.

Neurodermitis beim Baby: strategische Behandlung

Da die Neurodermitis nicht heilbar ist, können lediglich die Symptome behandelt werden. Ziel der Therapie ist das Erreichen einer möglichst vollständigen Symptomfreiheit und das Verhindern neuer Ekzemschübe. Grundsätzlich gilt: in der Akutphase müssen die Entzündungen/Ekzeme zur Abheilung gebracht und die Hautschutzbarriere wiederhergestellt werden. Während der Ruhephase mit diese mithilfe der täglichen Basistherapie stabilisiert und geschützt.

Hilfe bei Neurodermitis

Schon die ganz Kleinen können unter Neurodermitis leiden. Woran liegt das und was kann gegen die Symptome helfen?

Wissen für Eltern

So lassen Babys und Kleinkinder das Kratzen sein

Frau behandelt ihre Neurodermitis mit Creme.

Eltern fühlen sich oft machtlos, wenn sie ihren Nachwuchs dabei beobachten, wie sich dieser die Haut wund kratzt. Grundsätzlich ist es nie sinnvoll, dem Kind das Kratzen generell zu verbieten. Immerhin ist dies eine ganz natürliche Reaktion des Körpers. Bei Babys helfen Handschuhe, sogenannte Kratzfäustlinge. Eine weitere Möglichkeit ist, dem Kleinkind Alternativen aufzuzeigen. Anstatt zu kratzen, können Eltern ihren Kindern zeigen, wie sie die juckenden Hautpartien klopfen, reiben, drücken, streicheln oder leicht kneifen können.

Möglichkeiten zur Vorbeugung

Leider nimmt die Zahl der Babys und Kleinkinder mit Neurodermitis ständig zu. Sie haben jedoch gute Chancen, das Risiko Ihres Kindes, daran zu erkranken, zu verringern.

  • Generell gilt es als sehr hilfreich, bis mindestens zur Vollendung des vierten Lebensmonats ausschliesslich zu stillen. Auf diese Weise wird das Immunsystem Ihres Babys nachhaltig gestärkt.
  • Vor allem, wenn in der Familie bereits Allergien bekannt sind, sollten Sie auf allergikerfreundliche Waschmittel und Kosmetika achten.
  • Entwickelt Ihr Baby eine Neurodermitis, empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch zu führen. Auf diese Weise lassen sich eventuelle Auslöser wie Kuhmilch oder Hühnerei besser identifizieren.

Ausserdem ist bekannt, dass Stress eine bestehende Neurodermitis verstärkt. Schaffen Sie deswegen am besten eine ruhige Umgebung und geregelte Abläufe, wenn Neurodermitis bei Ihrem Baby auftritt.

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